FOTO: Spontaner Austausch unter Freuden. Lardys Bürgermeister Rémi Lavenant (2.v.li.) empfing Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat (4.v.li.) und dessen allgemeinen Vertreter Jörg Bartel (li.) zusammen mit Carole Perinaud, der Beigeordneten des Bürgermeisters sowie Emmanuelle Kerneur (Mitte), vom französischen Partnerschaftsverein im Rathaus von Lardy.
Mit ihrem Besuch in Stemwedes französischer Partnerstadt wollten sie ein Zeichen der Verbundenheit setzen und den persönlichen Austausch mit den französischen Freunden stärken.
Frankreich erlebt derzeit eine politisch und gesellschaftlich angespannte Phase. Die Regierung steht unter Druck. Proteste, unter anderem gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Situation an Schulen, haben sich zuletzt teilweise zu gewaltsamen Auseinandersetzungen ausgeweitet. Auch wenn die Ausschreitungen in Stemwedes Partnerstadt Lardy nicht vorkamen, werden die Entwicklungen, die in Frankreich für intensive politische Debatten sorgen, auch in Deutschland wahrgenommen. Für Stemwedes Bürgermeister ist gerade in einer solchen Situation der direkte Kontakt wichtig. Im Rathaus von Lardy traf er sich mit seinem französischen Amtskollegen Rémi Lavenant zu einem politischen Austausch, über die aktuelle Lage und auch die Bedeutung der kommunalen Partnerschaft zwischen Stemwede und Lardy.
Europa lebt vor allem von den Menschen, die sich begegnen, miteinander reden und Verständnis füreinander entwickeln.
„Europa lebt nicht allein von Verträgen und politischen Entscheidungen. Europa lebt vor allem von den Menschen, die sich begegnen, miteinander reden und Verständnis füreinander entwickeln“, betont Kai Abruszat. „Gerade wenn die Zeiten unruhig sind, dürfen wir unsere Freundschaften nicht aus den Augen verlieren. Wir wollen unseren französischen Freunden zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen und die Verbindung zwischen Stemwede und Lardy weiter pflegen.“
Für den Stemweder Bürgermeister war die Reise nach Frankreich gleichzeitig auch der Antrittsbesuch beim neuen Bürgermeister von Lardy. Rémi Lavenant hatte das Amt nach den Wahlen im Frühjahr angetreten. Seine Vorgängerin Dominique Bougraud hatte nicht erneut kandidiert.
Die Partnerschaft zwischen den beiden Kommunen ist mehr als eine Verbindung auf dem Papier. Sie lebt von persönlichen Kontakten, gemeinsamen Erlebnissen und dem Interesse daran, wie die Menschen auf der jeweils anderen Seite der Grenze leben und denken. Erst vor kurzem war eine Gruppe aus Stemwede zu Gast bei einer jährlichen Kunstveranstaltung in Lardy, im kommenden Jahr wird rund um das Himmelfahrtswochenende wieder eine Gruppe aus Lardy in Stemwede erwartet.
Solche Begegnungen sowie auch der jetzige Spontanaustausch auf Bürgermeisterebene, schaffen Vertrauen und helfen, unterschiedliche Sichtweisen besser zu verstehen. Der Besuch in Lardy soll deshalb auch ein Signal über die beiden Rathäuser hinaus sein: Internationale Freundschaften beginnen vor Ort – im Gespräch und im persönlichen Miteinander.
„Heute hatte ich das Vergnügen, meinen Freund und Amtskollegen, den Bürgermeister von Stemwede, zu empfangen. Er war angereist, um unsere Städtepartnerschaft unter den besonderen sozialen und politischen Umständen zu bekräftigen, die unseren europäischen Partnern Sorge bereitet. Vielen Dank an Kai Abruszat und Jörg Bartel, dass sie den Weg zu uns gefunden haben“, so Lardys Bürgermeister Lavenant.



