Außenansicht eines zweigeschossigen, langgestreckten Gebäudes mit dunkler Fassade und Fensterbändern. Im Vordergrund verlaufen eine Straße, ein Gehweg mit Sitzbank und eine Bushaltestelle. Mehrere kahle Bäume stehen vor dem Gebäude.
© Gemeinde Stemwede

Sorgfältige Prüfung vor Entscheidung zur Schulsanierung

Dass bei einem Gebäude dieses Alters im Zuge einer detaillierten Planung zusätzliche Auffälligkeiten auftreten können, war grundsätzlich zu erwarten. Gerade deshalb hatten Politik und Verwaltung von Beginn an Wert daraufgelegt, eine belastbare Kostenschätzung als Grundlage für die weiteren Entscheidungen aufzustellen.

Konkret geht es unter anderem um die Kellerdecke des Schulgebäudes. Sie entspricht nicht den heutigen brandschutzrechtlichen Anforderungen. Im Rahmen einer Sanierung müsste die Decke vermutlich verstärkt werden. Welche technischen Lösungen dafür in Betracht kommen und welche Auswirkungen dies auf den Bauablauf sowie vor allem auch die Kosten haben kann, soll nun durch ein Fachgutachten geklärt werden. Für den laufenden Schulbetrieb ergeben sich keine Einschränkungen - der Unterricht kann weiterhin wie gewohnt stattfinden. Die festgestellten Auffälligkeiten müssten bei einer umfassenden Sanierung behoben werden, seien aber kein Anlass zur Sorge, wie ein Sprecher des begleitenden Architekturbüros in der Sitzung mitteilte.  

Das baubegleitende Gremium, das aus Mitgliedern der Ratsfraktionen und Vertretern der Stemweder-Berg-Schule sowie der Verwaltung besteht, sprach sich dafür aus, auch weiterhin den Grundsatz „Sorgfalt vor Schnelligkeit“ walten zu lassen. Ein Gutachter soll deshalb beauftragt werden, damit mögliche Risiken möglichst früh erkannt und bei der Planung berücksichtigt werden können. Die Kosten für das Fachgutachten werden auf 20.000 Euro geschätzt.

„Bei einem Schulgebäude, das seit rund fünf Jahrzehnten genutzt wird, wäre es unrealistisch, bei einer so umfassenden Sanierung keine besonderen Herausforderungen zu erwarten“, so Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat. „Entscheidend ist, dass wir diese Punkte jetzt gründlich untersuchen und nicht erst während der Bauphase damit konfrontiert werden. Das schafft Transparenz und bewahrt uns vor bösen Überraschungen hinsichtlich unkalkulierbarer Mehrkosten.“

Der Gemeinderat hatte beschlossen, die rund neun Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes vollständig für die Sanierung der Stemweder-Berg-Schule einzusetzen. Gleichzeitig hatte der Rat nicht nur die Einrichtung des baubegleitenden Gremiums auf den Weg gebracht, sondern ausdrücklich auch eine qualifizierte und realistische Kostenschätzung gefordert. Sobald das Gutachten vorliegt, sollen die Ergebnisse in die weiteren Beratungen von Verwaltung, baubegleitendem Gremium und dem Fachausschuss einfließen. Erst auf dieser Grundlage soll über die nächsten Schritte für die Sanierung entschieden werden.