Foto: Tierheimleiterin mit Sara Meinsen mit Tierheimbewohner Rio, Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat (li.) und Ordnungsamtsleiter Michael Walke
Gemeinsam mit Tierheimleiterin Sara Meinsen und dem Stemweder Ordnungsamtsleiter Michael Walke informierte er sich über die Unterbringung, Versorgung und Betreuung der Tiere sowie über die erheblichen organisatorischen, personellen und finanziellen Herausforderungen, denen sich das Tierheim derzeit gegenübersieht.

Die Zahlen verdeutlichen die angespannte Lage: Aktuell werden im Tierheim 200 Katzen, 36 Hunde und 28 Kleintiere versorgt. Seit drei Jahren sei die Einrichtung permanent voll belegt und stoße somit immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen, berichtete Sara Meinsen. Besonders kritisch sieht die Tierheimleitung Züchter und gewerbliche oder private Onlineanbieter, deren Verkauf von wirtschaftlichen Interessen geprägt sei und nicht vom Tierwohl. Genauso würde der oft nur halblegale Import von Hunden für dauerhaft überfüllte Tierheime sorgen.
„Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Tierheims verdient höchste Anerkennung. Gleichzeitig zeigen die Belegungszahlen, dass wir als Gesellschaft stärker über unsere Verantwortung gegenüber Tieren nachdenken müssen“, betonte Bürgermeister Kai Abruszat.
Die Anschaffung eines Haustieres sei stets eine langfristige Entscheidung. Tiere benötigten Zeit, Aufmerksamkeit, finanzielle Mittel und eine verlässliche Betreuung – oftmals über viele Jahre hinweg, so Abruszat. Das Tierheim in Lübbecke erfülle eine wichtige Aufgabe im Tierschutz, dürfe jedoch nicht als Auffangstation für Tiere betrachtet werden, deren Haltung plötzlich als belastend oder unbequem empfunden werde.
**Besondere Hundesteuerregel in Stemwede**
Stemwedes Bürgermeister ermutigte dazu, bei der Suche nach einem Hund zunächst das Tierheim in Lübbecke in Betracht zu ziehen und erinnerte an eine besondere Regelung für Hundehalterinnen und -halter in Stemwede. „Wer sich im Lübbecker Tierheim einen Hund zulegt, muss in Stemwede für dieses Tier 24 Monate keine Hundesteuer bezahlen“, so Abruszat. „Mit dieser Maßnahme sollen Tierheimbewohner schneller ein dauerhaftes Zuhause finden und gleichzeitig verantwortungsbewusste Tierhalterinnen und Tierhalter unterstützt werden.“
Um beim Punkt Hundesteuer Klarheit zu schaffen und ein faires Miteinander sicherzustellen, weist die Stemweder Gemeindeverwaltung auch noch einmal auf die Anmeldepflicht hin. Es falle immer mal wieder auf, dass einzelne Hunde noch nicht bei der Gemeinde Stemwede registriert seien. „Das passiert auch gar nicht unbedingt immer mit Vorsatz“, erklärte Michael Walke. „Oftmals ist die Anmeldepflicht nicht bekannt, oder das Anmeldeprocedere geht im Alltag schlicht unter.“ Generell stelle eine fehlende Anmeldung auch eine Ordnungswidrigkeit dar und könne tatsächlich auch mit einem Bußgeld geahndet werden. „Über das Online-Serviceportal auf der Homepage der Gemeinde Stemwede oder aber persönlich bei uns im Amtshaus in Levern, kann eine Hundeanmeldung problemlos vorgenommen beziehungsweise nachgeholt werden“, erklärte Walke. Eine Hundebestandsaufnahme durch externe Dienstleister, wie sie in anderen Kommunen durchgeführt werde, sei in Stemwede nicht vorgesehen.



