Vier Fahrzeuge des Seniorenfahrdienstes stehen auf einem Parkplatz. Drei schwarze und ein graues Fahrzeug sind nebeneinander geparkt, an den Fahrzeugen sind Logos des Fahrdienstes angebracht. Beim grauen Fahrzeug ist die seitliche Schiebetür geöffnet und gibt den Blick auf den Innenraum frei. Im Hintergrund sind Bäume, Wohnhäuser und eine Kirche unter blauem Himmel zu sehen.

Stemwede will Mobilitätsmodell für den ländlichen Raum entwickeln: 

Wie gelingt gute Mobilität in einer Flächengemeinde, wenn der klassische ÖPNV an seine Grenzen stößt? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gemeinde Stemwede im Rahmen des Projekts „Die letzten 3 Meilen“. Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das die Mobilität im ländlichen Raum langfristig verbessert – wirtschaftlich, flexibel und nachhaltig. Auch der Stemweder Seniorenfahrdienst und das bestehende Carsharing-Angebot sollen so fortgeführt und weiterentwickelt werden. Die Gemeinde kann auf Fördergelder hoffen.

Stemwede mit seinen 13 Ortsteilen steht stellvertretend für viele ländliche Regionen: Wohnorte, Arbeitsplätze, Schulen, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten liegen weit auseinander. Gleichzeitig ist der öffentliche Nahverkehr außerhalb des Schülerverkehrs nur eingeschränkt verfügbar. Für viele Stemwederinnen und Stemweder bleibt deshalb das eigene Auto bislang unverzichtbar.

Genau hier setzt das Projekt an. Statt zusätzliche Fahrzeuge oder neue Fahrdienste aufzubauen, sollen vorhandene Mobilitätsressourcen intelligenter genutzt werden. Fahrzeuge, die bereits heute in der Gemeinde bei Vereinen, sozialen Einrichtungen oder Unternehmen vorhanden sind, sollen künftig über ein gemeinsames Sharing-System mehreren Nutzergruppen zur Verfügung stehen. Das Projekt soll auch den geplanten Ausbau des regionalen Schnellbusnetzes um flexible Mobilitätsangebote vor Ort ergänzen.

Vier Fahrzeuge des Seniorenfahrdienstes stehen auf einem Parkplatz. Drei schwarze und ein graues Fahrzeug sind nebeneinander geparkt, an den Fahrzeugen sind Logos des Fahrdienstes angebracht. Beim grauen Fahrzeug ist die seitliche Schiebetür geöffnet und gibt den Blick auf den Innenraum frei. Im Hintergrund sind Bäume, Wohnhäuser und eine Kirche unter blauem Himmel zu sehen.

Eine wichtige Grundlage bilden das bereits etablierte Carsharing in der Gemeinde sowie auch der ehrenamtlich getragene Stemweder Seniorenfahrdienst. Die beiden ergänzenden Mobilitätsprojekte haben sich in Stemwede in den vergangenen Jahren etabliert. Da die bisherigen Förderkulissen für beide Projekte auslaufen und nicht weitergeführt werden können, hat die Gemeindeverwaltung, auch in Zusammenarbeit mit dem Amt für Strukturentwicklung des Kreises Minden-Lübbecke, geprüft, wie die Angebote künftig fortgesetzt werden können.

„Im Ergebnis wurde ein neuer LEADER-Projektansatz erarbeitet, der die bestehenden erfolgreichen Ansätze nicht nur fortschreibt, sondern in ein breiteres Mobilitätsmodell überführt“, heißt es in der öffentlich einsehbaren Beschlussvorlage für die anstehende Sitzung des Stemweder Gemeinderates  (16.07.2026). 

Ferner ist dort zu lesen, dass die zuständige Fachjury das Projekt positiv bewertet habe und ein Förderantrag bei der Bezirksregierung Detmold gestellt werden könne. Konkret beläuft sich das geplante Projektvolumen auf rund 330.000 Euro. Davon könnten rund 230.000 Euro aus der LEADER-Förderung übernommen werden. 

Ob ein Förderantrag gestellt wird, entscheidet sich in der Ratssitzung am Donnerstag.