Nahaufnahme eines Wasserhahns, aus dem ein gleichmäßiger Wasserstrahl fließt. Der Hintergrund ist unscharf und in Blautönen gehalten, wodurch der fließende Wasserstrahl und der glänzende Metallhahn im Vordergrund besonders hervorgehoben werden.

Wasserwerke arbeiten am Limit: Gemeinde Stemwede appelliert eindringlich zum Wassersparen

Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Wasserabnahme inzwischen höher ist als die Förderleistung. 

„Wir haben bereits vor Wochen mit der Trinkwasserampel auf die angespannte Lage hingewiesen und zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen. Eine spürbare Entlastung ist bislang jedoch ausgeblieben“, berichtet Till Hilker, Betriebsleiter der beiden Stemweder Wasserwerke. „Die nächtlichen Stunden dienen eigentlich dazu, den Wasserspeicher wieder aufzufüllen. Wenn das nicht mehr gelingt, ist das bedenklich und zeigt, wie hoch der Verbrauch inzwischen ist.“

Das Wasserwerk in Dielingen: In Hitzeperioden wird hier am Limit Trinkwasser gefördert.

Vor diesem Hintergrund richtet die Gemeinde Stemwede nun einen eindringlichen Appell an alle Bürgerinnen und Bürger. Trinkwasser sei das wichtigste Lebensmittel und sollte in der aktuellen Situation bewusst eingesetzt werden. „Die wenigen Schauer, die zwischenzeitlich runterkommen, bringen kaum Entlastung“, so Hilker. Die Trockenphase dauere zudem weiter an. Wirklich ergiebiger Dauerregen sei nicht in Sicht.

„Jeder sollte sich ehrlich fragen, ob die Bewässerung des Rasens oder des Gartens mit Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz derzeit wirklich notwendig ist“, sagt auch Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat. „Uns ist bewusst, dass jeder seinen Garten pflegen möchte. Angesichts der aktuellen Lage müssen wir aber gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wenn viele Menschen ihren Verbrauch ein wenig reduzieren, hilft das dem gesamten Versorgungssystem.“

Dabei setzt die Gemeinde weiterhin auf die Vernunft der Bevölkerung. Sanktionen oder Verbote seien weiterhin nicht geplant. „Wir möchten niemandem dazu aufrufen, den Nachbarn anzuschwärzen. Unser Ziel ist es, gemeinsam durch diese außergewöhnliche Situation zu kommen. Deshalb setzen wir auf den gesunden Menschenverstand und die Solidarität aller Bürgerinnen und Bürger“, betont der Bürgermeister.

Gleichzeitig arbeitet die Gemeinde bereits daran, die Wasserversorgung langfristig an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Unter anderem werden zusätzliche Brunnen erschlossen und weitere Maßnahmen vorbereitet, um die Versorgungssicherheit dauerhaft zu stärken. „Diese Investitionen sind wichtig und werden uns für die Zukunft besser aufstellen. Sie lassen sich jedoch nicht innerhalb weniger Wochen umsetzen und bringen in der aktuellen Hitzephase noch keine Entlastung“, erklärt Abruszat.

Die Gemeinde bittet deshalb alle Haushalte, die Wasserentnahme aus dem Trinkwassernetz zu reduzieren. Jede vermiedene Gartenbewässerung, jedes nicht gefüllte Planschbecken und jeder bewusste Umgang mit Trinkwasser trügen dazu bei, die Versorgung für alle aufrechtzuerhalten.

Weitergehende Erläuterungen zur aktuellen Trinkwassersituation in Stemwede:
Die Aufforderung zum Wassersparen im Rahmen der roten Trinkwasserampel bezieht sich auf das Trinkwasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung jederzeit gewährleisten zu können und auch Reserven z.B. für den Brandfall bereitzuhalten. Je länger die Wasserwerke in Destel und Dielingen am Förderlimit arbeiten, desto größer ist die Gefahr technischer Ausfälle und sich dadurch weiter reduzierender Fördermengen.

Die Grundwasserstände sind in Stemwede, wie vielerorts um uns herum, auch in diesem Sommer recht niedrig, weil in den für die Grundwasserneubildung entscheidenden Monaten im Herbst, Winter und Frühjahr sehr wenige Niederschläge zu verzeichnen waren. Die Stände reichen aber für die generelle Trinkwasserförderung. 

Warum werden die Sportplätze in Stemwede bewässert? 
Die Stemweder Sportplätze sind inzwischen mit eigenen Brunnen und z.T. mit Zisternen sowie automatischen Beregnungsanlagen ausgestattet worden, auch, um das Stemweder Trinkwassernetz in Zeiten hoher Trinkwassernachfrage zu entlasten. 

Diese Brunnen ziehen ihr Wasser – wie auch alle anderen privaten Brunnen in der Gemeinde – aus oberflächennahen Schichten und nicht aus den Schichten, aus denen das Wasser für das Trinkwassernetz gefördert wird. Die Beregnung der Sportplätze erfolgt deshalb nachts, zu Zeiten, in denen die geringsten Wassermengen ungenutzt verdunsten.

Wichtig ist, die Bewässerung der Stemweder Sportplätze erfolgt nicht, um dauerhaft grüne Rasenflächen zu erhalten, sondern um die Funktionsfähigkeit und Verkehrssicherheit der Sportanlagen zu sichern. Eine gezielte Erhaltungsbewässerung verhindert das Absterben der Grasnarbe und schützt die Sportflächen vor nachhaltigen Schäden, deren Beseitigung später häufig einen deutlich höheren Wasser- und Kostenaufwand verursachen würde. Da hierfür eigene Brunnen und automatische, bedarfsgerecht gesteuerte Beregnungsanlagen genutzt werden, wird das öffentliche Trinkwassernetz nicht zusätzlich belastet.