Dort, wo ein großer Automobilzulieferer wie ZF zu den wichtigsten Arbeitgebern zählt und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen eng mit der Branche verbunden sind, wächst die Sorge mit jeder neuen Krisenmeldung.
In einem Brief an Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat hat die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard Müller, alarmierende Ergebnisse einer aktuellen Verbandsumfrage im automobilen Mittelstand übermittelt und geschildert. Demnach bauen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen derzeit Beschäftigung in Deutschland ab, während Investitionen und teilweise auch Entwicklungsaktivitäten zunehmend ins Ausland verlagert werden. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass nicht nur Arbeitsplätze in der Produktion betroffen sind, sondern auch Forschung, Entwicklung und Innovation.
Die wirtschaftliche Grundlage ganzer Regionen stehe vor tiefgreifenden Veränderungen, hatte Stemwedes Bürgermeister bereits vor langer Zeit gesagt und sich im vergangenen Jahr auch der Bürgermeister-Initiative „Für einen starken Automobilstandort“ angeschlossen – dieser gehören in Deutschland inzwischen mehr als 30 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister an.
„Die Automobilindustrie ist weit mehr als ein einzelner Wirtschaftszweig – sie sichert Einkommen, Kaufkraft und Wohlstand in gesamten Regionen, wie auch bei uns in Stemwede“, so Bürgermeister Abruszat. „Viele Familien verfolgen die Nachrichten aus der Branche daher auch mit wachsender Unsicherheit. Hinter jeder Diskussion über Stellenabbau, Standortverlagerungen oder Investitionsentscheidungen stehen persönliche Lebensentwürfe, finanzielle Verpflichtungen und die Sorge um die eigene Existenz.“
Mit Blick auf die aktuellen Umfrageergebnisse betonte Abruszat noch einmal die enorme Bedeutung, auch aus kommunaler Sicht, dass gut tarifierte, industrielle Arbeitsplätze und Ausbildungsangebote erhalten bleiben. „Junge Menschen und Familien brauchen weiterhin Perspektiven in Automobilregionen wie Stemwede.“
Der Stemweder Bürgermeister, schloss sich den Forderungen der Verbandspräsidentin an, dass der Fokus auf Bundes- und EU-Ebene ab sofort auf effektivem Bürokratieabbau und mehr internationaler Wettbewerbsfähigkeit des Standorts liegen müsse. „Die Zukunft der Automobilindustrie entscheidet nicht nur über die Entwicklung einzelner Unternehmen, sie entscheidet auch über die Zukunft vieler Kommunen und ihrer Menschen“, so Stemwedes Bürgermeister.
Über die Initiative
Die Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“ versteht sich als Stimme der deutschen Automobilstädte. Sie setzt auf Dialog mit der Europäischen Kommission, der Bundesregierung, dem Europäischen Parlament sowie Branchenverbänden und Sozialpartnern. Ziel bleibt es, Arbeitsplätze zu sichern, industrielle Wertschöpfung in Europa zu halten und Zukunftstechnologien am Standort zu entwickeln. Mittlerweile haben sich mehr als 30 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus ganz Deutschland angeschlossen. Gemeinsam vertreten sie Standorte, an denen hunderttausende Arbeitsplätze von der Zukunft der Automobilindustrie abhängen.
Zur Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“ gehören u.a. folgende Städte und Gemeinden:
Saarbrücken, Stuttgart, Friedrichshafen, Wolfsburg (alle Initiatoren), Augsburg, Baunatal, Böblingen, Brandenburg a. d. Havel, Chemnitz, Dingolfing, Essen, Gaggenau, Heilbronn, Homburg/Saar, Ingolstadt, Kuppenheim, Lippstadt, Neckarsulm, Nürnberg, Osnabrück, Passau, Rastatt, Rüsselsheim, Saarlouis, Sankt Ingbert, Schwäbisch Gmünd, Schweinfurt, Sindelfingen, Stemwede, Zwickau.



