Foto: Sarah Stücker vom Waldfrieden Kultur e.V., dem Organisator des Festivals, überreicht Bürgermeister Kai Abruszat eine Petition zur Rettung des Festivals.
Die Gemeinde Stemwede ist seit Jahrzehnten für ihre verschiedenartige Festivalkultur bekannt. Auch die Festivals am Waldfrieden prägen seit Jahrzehnten den Veranstaltungskalender. Um Großveranstaltungen wie das Hai in den Mai- oder das Wonderland-Festival am und im Stemweder Berg in Wehdem genehmigen zu können, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde jedes Jahr im intensiven Austausch mit der Kreisverwaltung, der Kreispolizeibehörde sowie natürlich auch mit den Veranstaltern.
++Zum jetzigen Zeitpunkt keine Entscheidung möglich++
„Von zentraler Bedeutung ist dabei sowohl ein umfassendes Sicherheitskonzept, eine integrierte Planung für die Bereiche des Verkehrs, des Brandschutzes, des Baurechts, des Rettungswesens als auch die Berücksichtigung der Bereiche von Natur und Landschaft“, erklärt Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat. „Nur wenn alle Voraussetzungen vorliegen und die Auflagen der verschiedenen Fachämter des Kreises Minden-Lübbecke oder auch der Kreispolizeibehörde erfüllt sind, kann ich eine Genehmigung zur Durchführung des Festivals aussprechen. Das ergibt sich aus meiner Amtspflicht.“ Zum jetzigen Zeitpunkt würden dafür noch nicht alle Voraussetzungen vorliegen.
Der Bürgermeister könne sehr gut verstehen, dass ein Veranstalter seine berechtigten Interessen an der Ausübung seiner gewerblichen Tätigkeit habe und dafür deutlich werden und kämpfen würde, eventuell auch gerichtlich. „Andererseits habe ich großes Verständnis dafür, dass eine Kreisverwaltung sehr sorgfältig die Belange von Umwelt und Landschaft, inklusive möglicherweise neuer Aspekte in der Bewertung der Gesamtlage, vorzunehmen hat“, so Abruszat.
++Petition zur Rettung des Waldfrieden überreicht++

Stemwedes Bürgermeister empfing am Nachmittag Sarah Stücker vom Waldfrieden Kultur e.V., dem Organisator des Festivals, im Amtshaus und nahm eine Petition zur Rettung des Festivals und des Waldfrieden entgegen. Die Petition des Vereins wurde online bereits von mehr als 13.500 Personen unterschrieben (Stand 17:00 Uhr).
Es sei eine eindeutige Entwicklung der letzten Jahre, dass die Intensität von Auflagen für die Genehmigung von Großveranstaltungen qualitativ und quantitativ deutlich zugenommen habe, so Bürgermeister Kai Abruszat. Oft werde das ausgelöst durch furchtbare Ereignisse wie etwa im Zusammenhang mit der Love-Parade in Duisburg. „An deren Aufarbeitung in den Gremien des Landtags, welchem ich seinerzeit angehörte, kann ich mich noch sehr gut erinnern.“
Auch eine potentielle Gefahr eines Anschlages werde heute anders bewertet als noch vor einigen Jahren, „als zum Beispiel große Märkte noch ohne Absperrsysteme beim Zugang durchgeführt werden konnten“, erklärt Abruszat. Ebenso trägt die Rechtsfortbildung durch Richtlinien höherrangiger Behörden oder durch Richterrecht dazu bei, dass es für Veranstalter immer anspruchsvoller wird, alle Hürden zu nehmen.
Und für Kommunen wird es folglich immer schwieriger, Veranstaltungen in verantwortbarer Weise zu genehmigen. „Als Gemeinde raten wir jedem Veranstalter daher stets, sich frühzeitig an die Fachdienststellen zu wenden, um organisatorisch und planerisch Klarheit zu bekommen“, so Kai Abruszat abschließend.



