Für einen starken Automobilstandort
Bürgermeister wichtiger Autostädte starten Initiative und fordern EU-Kommission mit 7-Punkte-Papier zum Handeln auf.
Sie ist die Schlüsselbranche für Wachstum, Innovation und Wohlstand in Europa – und wegen zunehmender Deindustrialisierung in Gefahr: die Automobilindustrie.
Mit der gemeinsamen Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“ fordern nun zahlreiche Verwaltungschefs wichtiger deutscher Automobilstädte von der Europäischen Kommission, zügig Maßnahmen einzuleiten, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie und Hunderttausende Arbeitsplätze zu sichern.
Auftakt der Initiative bildet ein 7 Punkte umfassendes Forderungspapier an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Forderungen an die EU-Kommission
- Ein klares Bekenntnis zur Automobil- und Automobilzuliefererindustrie als Schlüsselindustrie des Wirtschaftsstandorts und damit für Arbeit, Wohlstand und Stabilität!
- Offenheit bei der Antriebstechnologie statt Verbrennerverbot. Neben der Elektromobilität sollen weitere klimafreundliche Antriebsarten inklusive Plug-In-Hybriden grundsätzlich ermöglicht werden.
- Schaffen Sie gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa, damit eine exportorientierte und global ausgerichtete Automobilwirtschaft wieder hier investiert. Setzen Sie sich ein für offene Grenzen und Märkte, aber nur mit fairen Regeln für alle!
- Die Strafzahlungen der Automobilhersteller an die EU wegen des Nichterreichens der CO2-Flottengrenzwerte müssen ausgesetzt werden.
- Fördern Sie Innovationskraft und technischen Fortschritt! Für Forschung und Entwicklung im Bereich der Automobilwirtschaft muss eine verlässliche und planbare Förderungskulisse etabliert werden. Hierzu zählen unter anderem die Förderung von Wasserstoffantrieben und neuen Batterietechnologien mit der entsprechenden Infrastruktur, um eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Automobilwirtschaft in Europa zu sichern.
- Der Ausbau von Schnellladesäulen und Stromnetzen muss massiv vorangetrieben werden. Hierfür braucht es auch ein europäisches Förderprogramm.
- Der Transformationsprozess darf nicht zulasten der Bürger und Kommunen gehen.
Die vier Köpfe der Kampagne sind die Oberbürgermeister
- Dr. Frank Nopper aus Stuttgart
- Dennis Weilmann aus Wolfsburg
- Simon Blümcke aus Friedrichshafen und
- Uwe Conradt aus Saarbrücken, der die Initiative ins Leben gerufen hat.
Auch Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat hat mit Blick auf den Dielinger ZF-Standort, als größten Arbeitgeber in der Gemeinde und die vielen kleinen und mittleren Betriebe in der Region, die von den Entwicklungen unmittelbar betroffen sind, dieser gemeinsamen Erklärung angeschlossen.
"Wir schielen in Stemwede nicht zuallererst auf Gewerbesteuereinahmen, sondern vor allem auf den Erhalt von sicheren und gut tarifierten Arbeitsplätzen." (Bürgermeister Kai Abruszat)
„Es geht um Beschäftigungsverhältnisse mit guten Tarifen und Arbeitsbedingungen, es geht um Ausbildungsplätze und -betriebe, es geht um Zulieferer und unseren Mittelstand. Die wirtschaftliche Grundlage ganzer Regionen steht vor einer nachhaltigen Veränderung – mit tiefgreifenden Folgen für Arbeitsmarkt, Steuereinnahmen und kommunale Investitionen. Transformation darf nicht zu Substanzverlust führen. Europa muss den Wandel so gestalten, dass industrielle Kerne erhalten bleiben. Wer industrielle Stärke in Europa sichert, schützt zugleich die Zukunftsfähigkeit der Kommunen." (Kai Abruszat, Bürgermeister Stemwede)
Mittlerweile gehören mehr als 30 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus ganz Deutschland der Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“ an. Gemeinsam vertreten sie Standorte, an denen hunderttausende Arbeitsplätze von der Zukunft der Automobilindustrie abhängen.
Zur Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“ gehören u.a. folgende Städte und Gemeinden:
Saarbrücken, Stuttgart, Friedrichshafen, Wolfsburg (alle Initiatoren), Augsburg, Baunatal, Böblingen, Brandenburg a. d. Havel, Chemnitz, Dingolfing, Essen, Gaggenau, Heilbronn, Homburg/Saar, Ingolstadt, Kuppenheim, Lippstadt, Neckarsulm, Nürnberg, Osnabrück, Passau, Rastatt, Rüsselsheim, Saarlouis, Sankt Ingbert, Schwäbisch Gmünd, Schweinfurt, Sindelfingen, Stemwede, Zwickau.


