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Titelbild Samstag_auf_dem_Festival © Friederike Riechmann
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Rittergut Groß Engershausen

Adresse: Engershauser Straße 14, 32361 Preußisch Oldendorf

Lage

Das „Rittergut Groß - Engershausen“ liegt nordöstlich vom Zentrum von Preußisch Oldendorf außerhalb des Dorfkerns am "Oldendorfer Mühlenbach" in Engershausen.
Das Gut liegt auf einer circa 80 m x 50 m großen Insel, zu der eine steinerne Bogenbrücke führt. Erhalten ist auch der noch außerhalb der Gräfte liegende Wirtschaftshof in Fachwerk und Krüppelwalmdach. In der kleineren Parkanlage nordwestlich befindet sich ein Mausoleum aus dem Jahre 1805 und es befand sich eine etwa 3 m hohe Pyramide aus Feldsteinen als Begräbnisstätte für den Obrist-Lieutnant Christian von Berner (gestorben 1829).


Geschichte

Groß - Engershausen wurde um 1500 von dem Amtmann der Burg Limberg "Reinecke von Schloen genannt Tribbe" neu erbaut, der gleichzeitig auch im Besitz der "Fiegenburg" im Stadtteil Börninghausen und eines Burgmannshofes in der Stadt Lübbecke war. Nachdem die Engershauser Linie der Familie im Mannesstamme 1671 ausstarb, wurde im 18. Jahrhundert die hessische Familie "von Berner" Eigentümerin. Im Jahre 1838 verkaufte der Oberforstmeister Otto Friedrich von Berner das Rittergut für 44806 Taler an die Familie "von Spiegel zu Desenberg – Rothenburg". Von den beiden Söhnen fiel der ältere im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871, so dass der Jüngere, der Hauptmann Werner Anton von Spiegel alleiniger Besitzer der Schlossanlage wurde.  Als dieser 1897 starb, ging das Erbe an seine Mutter, die Freifrau Caroline geb. Prigge über. Sie starb 1905 im gesegneten Alter von 97 Jahren. Von den 4 Töchtern, die die Mutter überlebten, blieb schließlich allein Amalie Mathilde Sophie von Spiegel übrig. Sie  starb am 5.3.1933 im Alter von 91 Jahren und wurde als letztes Familienmitglied der Linie Rothenburg in dem kleinen Mausoleum im nordwestlich gelegenen "kleinen" Busquett beigesetzt. Mit ihrem Tod war die Familie von Spiegel zu Desenberg - Rothenburg ausgestorben. Auf dem Wege der Erbfolge kam das Gut dann an den "Freiherrn von Spiegel von und zu Peckelsheim zu Bielefeld – Spiegelsberge".
Das Schloss in seiner jetzigen Form wurde um 1775 als verputzter Fachwerkbau mit Walmdach und übergiebelten Dachaufbauten von Gustav Friedrich von Berner fast zeitgleich mit dem Schloss Hüffe (Stadtteil Lashorst ) errichtet. Es wird vermutet, dass die Pläne vom gleichen Baumeister Herrn du Ry stammten, zumal sich der Baustiel der beiden Schlösser ähnelt. Vor dem zweiten Weltkrieg wurde das Schloss vom Reichsarbeitsdienst genutzt. Die dort untergebrachten  "Arbeitsmaiden" wurden bei den Bauern in der Umgebung und bei kinderreichen Familien eingesetzt. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden dort Vertriebene und Flüchtlinge untergebracht. Schließlich wurde das Schloss von der Familie von Spiegel von und zu Peckelsheim mit einem enormen finanziellen Aufwand zu einem Hotel der besonderen Klasse umgebaut, in dem sogar der Wirtschaftsminister Ludwig Erhard übernachtet hat.
Bis heute ist das Rittergut Groß-Engershausen der Familiensitz der Familie "von Spiegel von und zu Peckelsheim".