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Rathaus Stemwede - Altes Amtshaus © Copyright: Oliver Lange (Oldenburg 2014)
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05.06.2021

Leverner Luft ist empfehlenswert

Durchatmen in der Gemeinde Stemwede. Das könnte bald schon, zumindest in Levern, zum Slogan werden. Denn im Bemühen um das Prädikat Luftkurort ist man in Levern nun einen großen Schritt weiter. Der Deutsche Wetterdienst kommt zu dem Schluss, dass die lufthygienischen Voraussetzungen hierfür ohne Einschränkungen erfüllt sind.

Auch innerhalb der Gemeindeverwaltung und speziell im Bürgermeisterbüro war das Durchatmen nach Erhalt der Meldung des Deutschen Wetterdienstes groß. Schließlich ist durch das positive Gutachten zur Luftqualität eine wichtige Hürde genommen, um Levern vom anerkannten Erholungsort zum staatlich anerkannten Luftkurort aufsteigen zu lassen. „Wir hatten darauf gehofft, dass das Gutachten positiv für uns ausfällt und freuen uns sehr darüber“, so Bürgermeister Kai Abruszat über die Nachricht aus Freiburg. Dort hat das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes seinen Sitz. Dieses hatte in Levern, an gleich zwei Stellen, Luftmessungen durchgeführt. Ein Jahr lang mussten an den Messstationen wöchentlich u.a. Feinstaub-Proben entnommen und zum Auswerten nach Freiburg verschickt werden. Der Deutsche Wetterdienst befürwortet demnach die Erteilung des Prädikats Luftkurort für Levern, da die lufthygienischen Voraussetzungen ohne Einschränkungen erfüllt seien.

Schaut man sich das Gutachten im Detail an, sieht man, dass lediglich die Kurzzeit-Richtwerte beim Grobstaub zwei Mal leicht erhöht ausfielen. Grobstaub entsteht z.B. bei Erntearbeiten oder durch Pollenflug und genauso durch den Reifenabrieb im Straßenverkehr. Auf den gesamten Messzeitraum gesehen, sei dieser Wert aber völlig normal, heißt es in dem Gutachten. Noch besser die Werte für Feinstaub bzw. Ruß im Feinstaub, welche z.B. durch Auto- oder Heizungsabgase entstehen. Letztere werden für Levern sogar als äußerst gering ausgewiesen. Und auch die Belastung durch Stickstoffdioxid (entsteht u.a. durch Dieselmotoren) bewegt sich in Levern in einem normalen, kurorttypischen Rahmen.

„Das sind tolle Werte, die uns unserem Ziel ein Stück näherbringen, Levern zum Luftkurort werden zu lassen“, so Marcel Hahne von der Gemeinde Stemwede, der aber auch betont, dass dazu gute Luft allein nicht ausreicht. „Der nächste wichtige Baustein ist nun die Entwicklung des Kurparkes, die ja auch vom Rat beschlossen wurde“, so Hahne. Dieser soll entlang der mehr als 150 Jahre alten Badeallee in Levern entstehen. Neben der Parkanlage ist auch ein Bereich mit Spiel- und Aktivangeboten angedacht. Die konkrete Ausgestaltung wird durch eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Rat und Verwaltung sowie Vertreterinnen und Vertretern der Ortsheimatpflege und des Heimatvereins begleitet. Das Land NRW fördert dieses Vorhaben mit 500.000 Euro. „Das Prädikat Luftkurort wäre für Levern und die gesamte Gemeinde Stemwede ein tolles Signal“, so Bürgermeister Abruszat, der dadurch auch mit Impulsen u.a. für den Tourismus rechnet.