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Rathaus Stemwede - Altes Amtshaus © Copyright: Oliver Lange (Oldenburg 2014)
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Vom Schaukelpferd bis zur WM-Medaille

Mit einer Einladung ins Heimathaus Levern und einem Eintrag in das offizielle Gästebuch hat die Gemeinde Stemwede den Erfolg und die WM-Medaille von Para-Fahrerin Patricia Großerichter vom Drohner Fahrclub „FC Zwölf Eichen“ gewürdigt. Die 30-Jährige hatte mit ihrem Pony-Gespann, Anfang August, bei der Weltmeisterschaft der Para-Fahrer die Bronzemedaille gewonnen und nun die Einladung von Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat angenommen.

Zusammen mit ihrem achtjährigen Pony-Wallach „Gentle-Man“ und ihrer Beifahrerin Sarah Weiler legte Großerichter bei der WM, in der letzten von drei Disziplinen, als einzige, einen fehlerfreien Lauf hin und sprang so noch auf den dritten Platz in der Gesamtwertung. „Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass man mit der Weltspitze mithalten kann“, so die 30-Jährige Steinfelderin, deren Leidenschaft für den Pferdesport schon früh begann. „Quasi mit dem Schaukelpferd.“4

Bei Kaffee und Kuchen im Heimathaus erzählte die gebürtige Niedersächsin, dass sie erst seit 11 Jahren Fahrsport betreibt und auf der Kutsche, aufgrund ihrer Behinderung, u.a. einen Spezialsitz benötigt. „Meine Beifahrerin übernimmt dann auch das Bremsen der Kutsche“, erklärte Großerichter dem Bürgermeister und fügte hinzu. „Das Fahren ist für mich die inklusivste Sportart überhaupt.“ So würde sie bei großen internationalen Wettkämpfen zwar ebenfalls gegen Fahrerinnen und Fahrer mit Behinderungen antreten, ansonsten würde sie bei Fahrturnieren aber ganz normal im Regelfeld starten.

Dass sie inzwischen für den Stemweder Fahrclub „FC 12 Eichen“ aus Drohne starten und dort trainieren würde, sei ganz zufällig zustande gekommen. Mit ihrem damaligen Fahrtrainer sei sie nicht weitergekommen, da habe sie auf einem Turnier in Holdorf zufällig die Vereinsvorsitzende Birgit Barre getroffen. „Wir haben uns unterhalten und ich habe gesagt, dass ich zur Weltmeisterschaft möchte. Da hat Birgit nur geantwortet, dass wir dann was zu tun hätten. Und seitdem bin ich im Verein in Drohne“, berichtete Patricia Großerichter.

„Die Geschichte und der Erfolg von Patricia Großerichter sind ein tolles Beispiel, nicht nur für den Para-Sport, was alles möglich ist, mit der richtigen Einstellung“, so Bürgermeister Abruszat, dessen Dank auch an die Drohner Vereinsvorsitzende Birgit Barre ging. „Ich weiß, dass es für Sie keine besseren Trainings- und Trainerbedingungen geben wird, als in Drohne“, so der Bürgermeister augenzwinkernd zu Patricia Großerichter. Er freue sich auf jeden Fall schon darauf, irgendwann die nächste Einladung an die Sportlerin und ihr Team aussprechen zu dürfen. „Ihr Ziel bei der WM zu starten haben sie bereits geschafft. Aber so wie ich sie erlebt, wird die erste Medaille bei einer WM nicht ihre letzte sein“, so Kai Abruszat.