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Rathaus Stemwede - Altes Amtshaus © Copyright: Oliver Lange (Oldenburg 2014)
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18.11.2022

Auf den Spuren Stemwedes

Wo ist eigentlich Stemwede? Eine typische Frage von Auswärtigen, die in die Gemeinde im Norden des Mühlenkreises kommen und die gleichnamige Ortschaft suchen. Die Tatsache, dass es diesen Ort nicht gibt, ist auch durchaus ungewöhnlich. Seit nunmehr fast 50 Jahren gibt es dieses 13 Orte umfassende Konstrukt, denn 2023 jährt sich der Zusammenschluss der beiden ehemaligen Ämter Levern und Dielingen-Wehdem bereits zum 50. Mal.

„Die kommunale Neugliederung im Jahr 1973, im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes, war auch in den einzelnen Orten des heutigen Stemwedes sehr umstritten“, weiß Bürgermeister Kai Abruszat. „Daher wurde damals ein Name gesucht, von dem man sich eine möglichst breite Akzeptanz versprach.“ Mit Blick auf das anstehende Gemeindejubiläum nutzten der Bürgermeister und der Stemweder Gemeindeheimatpfleger Tobias Seeger nun einen Aufenthalt in Münster, um dort dem Ursprung des Gemeindenamens auf den Grund zu gehen und wurden im Landesarchiv NRW fündig.

„Die bisher erste urkundliche Erwähnung Stemwedes erfolgte im Jahr 1234, wonach Herzog Otto von Braunschweig dem Kloster Marienfeld das Eigentum, eines dem Kloster von Ritter Arnold von Stemwede verkauften Erbes, in Marl überträgt“, berichtet Tobias Seeger. „Im Mittelalter gab es noch keine Familiennamen. Die Bezeichnung als `von Stemwede` bedeutete demnach, dass ein Ort oder eine Gegend, die so bezeichnet wurde, bereits bekannt war und dass der so Genannte von dort kam.“

Mit weißen Stoffhandschuhen ausgestattet, begutachteten Abruszat und Seeger die Jahrhunderte alte Urkunde. „Es ist schon ein tolles Gefühl, solch ein historisches Dokument in den Händen zu halten und mehr über die damalige Zeit zu erfahren“, so der Verwaltungschef. „Ich könnte mir vorstellen, dass uns Ritter Arnold von Stemwede auch in unserem Jubiläumsjahr 2023 noch hier und da in Stemwede über den Weg läuft“, so Abruszat augenzwinkernd.

Einige Stemweder Ortsteile sind bekanntlich noch viel älter als die aus dem Jahre 1234 stammende Urkunde. Bekannt feierten Levern, Destel und Wehdem im Jahre 2019 ihr 1050-jähriges Jubiläum und lassen sich mindestens bis auf das Jahr 969 zurückverfolgen. Der Ortsteil Dielingen mit seiner Kirche geht als eine der ältesten Pfarreien auf das von Karl dem Großen eroberte Sachsen zurück und soll um das Jahr 800 herum datieren.