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21.07.2017

11 – und ZWAR mit dem Rad durch Hamburg

ZWAR Kunstbanausen auf dem Hamburger Isemarkt

Schönes Wetter ist angesagt. Wir sind alle pünktlich und der Zug hat auch keine Verspätung. Dann kann es früh losgehen mit dem Niedersachsen Ticket. Ein Super Angebot der Bahn: in den Schulferien gilt es den ganzen Tag und nicht erst ab 9 Uhr; außerdem können wir damit auch die Hamburger U-Bahn benutzen. Also sind 9,50 Euro für jeden ein preiswertes und verlockendes Vergnügen. Und man wird so klug dabei. Die richtige U-Bahn suchen, das richtige Gleis finden und dann nur noch Aussteigen. Hallo, „Hoheluftbrücke“, wir kommen.
Unser Ziel ist der Ise-Markt. Dienstags und freitags findet ein feiner Wochenmarkt statt. Auf 800 Metern gibt es alles , was Herz und Magen begehren. „ Kaffee! Ich brauche Kaffee.“ Die Kaffeebuden bieten viele Sorten an. Und unserer ist besonders lecker. …und die Muffins erst mal. Hmmm.
Nur ich muss mit Matjesbrötchen und wunderschönen Zwiebelringen die Luft verpesten. Aber Hansestadt ohne Fisch ( sondern mit Marzipan) geht doch gar nicht.
Es gibt hier wirklich alles. Blütenreinen Honig. Nur vom Thymian. Selbstgenähte Kindersachen. Selbstverständlich Käse und Fisch (riecht man oft schon von weitem. Pardon!). Exotische Blumen. Balkonpflanzkübel. Riesensträuße. Die Hamburgerin weiß, wie man Büro, Heim oder Lobby schmückt.
Und dann stehen wir alle 11 vor SAFTI. Der Verkäufer zieht seine Show ab. Man schraubt Safti in eine Zitrusfrucht und drückt. Saft sammelt sich im Reservoir. Und unser Dietmar sagt: das funktioniert. Das ist das Verkaufsargument. Also der Preis:. 1 Safti kostet 5 Euro. 3 gibt es für 12. „Oh, ihr seid eine Gruppe! Dann gibt es bei 6 einen Safti dazu!“ Da sind wir dabei - das ist prima. Viva Colonia! Rippenstoß. „Du bist doch in Hamburg.“ Macht nichts. „Wo man singt, da laß dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder.“ Wir sind uns ZWAR recht neu; aber im Handeln sind wir gut und uns einig. „Kommt in den roten Rucksack.“ (Zitat an Tamina Kallert). Ja, und lustig sind wir auch.
Kuschelige Wolldecken in fantastischen Farben. Doch wer soll das schleppen? Und nehmen die EC-Karte? Ach Quatsch! Wir kommen einfach wieder. Mit ‘nem Auto! Oder gar Transporter.
Und was uns besonders beeindruckt hat? ZWIEBELN. ZW wie ZWAR. Faustgroß und glänzend in rot und weiß. Wie ein Gemälde eines holländischen Meisters. Ja, wir sind die Kunstbanausen und sehen auch auf dem Markt das Schöne. Mach mal ein Foto!
Die 800 Meter sind geschafft. Ab, mit der Bahn Richtung Dammtor. Wir finden 11 Plätze im Hamburger Fischrestaurant. Schorle im Glas, Scholle auf dem Teller und die Sonne lacht. Schicke, laute, schrille Menschen gehen an uns vorbei. Es ist ein Festival für die Augen. Was will man mehr. Das Leben ist schön.
Um 14 Uhr lernen wir Tom kennen. Und unsere Räder (noch vom letzten Jahrhundert? Naja. Sind wir ja auch). Los geht es. Tritt rein. Bei der Tour de France schonen sich die Jungens auch nicht. Und dann vor uns…. Das Meer. Nee. Nur die Außenalster. Aber herrlich. Hamburger Traumpanorama. Boote, Stand-up-Paddler, das Hotel Atlantic, die Villen, das Rathaus und die Kirchen. In HH stehen 4 der höchsten Kirchen Deutschlands nach dem Ulmer Münster und dem Kölner Dom. Was? Das wußtest du noch nicht? Dann ist ja gut, daß du so weit gelesen hast.
Über Jungfernstieg zum Rathaus. Dort Diskussion mit Tom über die G 20 Krawalle. „Olaf Scholz soll zurücktreten!“ „Nee“, sagt Tom „Der macht hier einen guten Job. Der ist beliebt. Von den 50 000, die friedlich demonstriert haben , wurde kaum berichtet. Hierzu gibt es so viel zu sagen.“
Ich brabbel: „Ich komm zum Glück aus Osnabrück“. „Ja, weiß ich.“ Sagt Tom. „hat der Chef gesagt. Sternwede , oder so.“ „Nee, ich rede von Olaf. Die Scholzens, echte Hamburger, sind zum Kinderkriegen nach Osnabrück gezogen. Das wußtest du nicht? Da haste was gelernt.“
Und jetzt Power in die Pedalen zur HafenCity. Wir haben Karten für die Plaza der Elbphilharmonie. Die endlose Rolltreppe bringt uns hoch auf den Balkon der Stadt. Hier ist alles NEU. Eben nicht alles, der olle Sockel des Kakaospeichers wurde Parkhaus für PKWs. Und deshalb teuer. Unendlich teuer. Mit Fahrrädern wäre das nicht so explodiert. Und mit Rikschas hätte HH eine asiatische Tradition aufleben lassen. Angela mit Trump inne Rikscha. Und Emmanuel hätte getrampelt. Das schafft der, der ist sportlich. Lasst uns einfach mal träumen. Träume gegen Panzerglas.
Kräne, Barkassen, Pötte, elegante Häuser. Der Blick bis zum Horizont. Und Sonne für alle. Ein traumhaft schöner Tag.
Jetzt wird es kribbelig. Ab 10 Radler ist man eine Gruppe und darf in einem Stück die grüne Ampel überqueren, auch wenn sie auf Rot springt. Die Polizei weiß das. Aber die Autofahrer? , Radeln in der City ist Sonntags um 8 Uhr schön. Aber jetzt. Passt alle bloß auf .
Hinter den Landungsbrücken ist der alte Elbtunnel. Fast 125 Jahre alt, sollte er die Hafenarbeiter bei jedem Wetter oder auch bei Hochwasser zur Arbeit bringen. Die Breite der Straße richtete sich nach Kutschen. Und alles ist wunderschön. Tolle Holzarbeiten an den Fahrstühlen. Der ganze Tunnel ist gefliest und überall Dekofliesen mit Fischen. Heute würde man ne olle Betonröhre bauen. „Kostet doch alles Geld!“ sagt man immer in Stemwede. Aber mit SCHÖN ist es eben schöner.
Auf der anderen Seite wieder ein herrlicher Ausblick. Landungsbrücken, Weinberg (jaha), die Kirchen und immer wieder: da ist sie. Ist sie nicht schön? Ja, das ist sie wirklich. Muss ich sagen. Hut ab, Elbphilharmonie. Und ich gestehe: Ich war keine Freundin der Baustelle.
Und dann kam das Drama. Wir erinnern uns: Rad und Radler aus dem letzten Jahrhundert. Vor uns der Hamburger Berg. Das Elbufer. Keuch. Ächz. Fluch. Nur Schieben ist blöd. Gib dein Bestes. Ja, wir kommen tatsächlich an. Räder weg und dann ab zum Bahnhof. Zack, Zack haben wir Anschluß nach Bremen und es tut gut zu sitzen (oder zu schnarchen) und weiter nach Lemförde. Es war ein toller Tag. Dank ZWAR. Und Danke Edith, die alles so schön geplant hatte.

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