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Dunkelzimmer - Gemengemeister - Überfangglas

ZWAR Gruppe besucht Glashütte Gernheim

Geduld zahlt sich aus. Die Anmeldungen trafen schleppend ein. Dann gab es den Wunsch nach einer Führung, aber die E-Mail an das Museum ging nicht raus. Und als es losgehen soll, erreicht mich eine WhatsApp-Nachricht: bleibt es bei 14 Uhr am Life House?

Nein! Nein! Nein!

Es geht um die Fahrt nach Petershagen zur Glashütte Gernheim. Treffpunkt um 13 Uhr in Wehdem, Privatabholung um 13:07, kein Stop in Levern und um 14 Uhr klappt es dann sogar mit einer Führung - ganz spontan und unkompliziert, obwohl ich nur 2 Tage vorher angerufen habe.

Das Museum Glashütte Gernheim ist nicht ein einziges Haus, sondern ein ganzes Gelände oder  Ensemble aus vielen Gebäuden. Wir starten in der Korbflechterei, die auch gleichzeitig Schule war.

Dann kommen die Wohngebäude der Glasbläser, die mit ihren Familien auf dem Gelände wohnten, weil sie Tag und Nacht bereit sein mussten, wenn die Glasschmelzen aus Sand, Marmormehl und Soda bereit zum Verarbeiten waren. Wer Tag und Nacht arbeiten muss, der muss auch Tag und Nacht schlafen können. Dazu gab es in den klitzekleinen Wohnung ein Innenzimmer. Siehe oben.

Es gab viele Berufe (Tischler, Korbflechter, Schmied usw.) auf dem Gelände, aber die Glasbläser bildeten das Herz. Ihre äußerst anstrengende Arbeit in der Hitze, wobei sie ständig ätzende Gase einatmeten und ein hohes Verletzungsrisiko hatten, führte dazu, daß sie nur eine geringe Lebenserwartung hatten.

Dann die Gebäude der Gemengemeister. Ihre Rezepte? Streng geheim. Selbst heute noch in Venedig wirst du ihnen kein Geheimnis entlocken. Klar, daß mit so einem Wissen auch das Wechseln zu einer anderen Glashütte nicht ohne Gefahr für Leib und Leben möglich war.

Der Glashüttenturm ist von der Weser aus als Landmarke von Weitem zu sehen. Hier wird immer noch, die ganze Woche durch, jeden Tag Glas geschmolzen. Drei angestellte Glasbläser werden von Künstlern aus der ganzen Welt besucht und unterstützt. Und auch wir haben Glück, daß vor unseren Augen ein Abbindeglas entsteht. So viele Arbeitsschritte. Man kann sie nicht wirklich verstehen. Aber dann steht es vor uns - ein kleines Kunstwerk.

In der Schleiferei werden Gläser zum Strahlen gebracht. Eine wunderschöne Kunst. Hier in unserer Gegend liebt man die farbigen Überfanggläser. Meist funkeln sie in rot oder blau und finden ihren Platz in Glastüren und Schränken.

Im Herrenhaus geht es nobel zu. Nicht nur das Haus ist aussergewöhnlich renoviert, sondern wir finden in den Räumen auch aussergewöhnliche Glaskunst. Unbeschreiblich. Da hilft einfach nur: selber hinfahren. Denn das können wir alle neun nur sagen: der Besuch hat sich gelohnt. Es gibt so viel zu sehen und zu erfahren, auch über das Leben in unserer Heimat, daß wir gerne wiederkommen.

Kontakt

Antje Pieper »
Altes Amtshaus
Buchhofstraße 17
32351 Stemwede

Telefon: +49 5745 78899 931
Fax: +49 5745 78899 180
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