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Wir besuchen die St. Marien Kirche am Markt in Osnabrück

Ein Kindheitstraum geht für uns alle in Erfüllung. Jeder, egal ob jung oder alt, der die wunderschönen Klänge einer Orgel hört, fragt sich: wie geht das? Wie kommen diese ausserirdisch schönen Töne zustande? Unglaublich ist, daß es nur ein einziger Mensch, der Organist, ist, der so einen gewaltigen Klang hervorbringen kann, wie es sonst nur ein ganzes Orchester schafft.

Ja, es ist ja auch ein riesiges Instrument, das hoch über den Besuchern in den Kirchen oder Konzerthallen ist. Und immer ist da der Wunsch: da will ich hoch. Ich will mal sehen, wie man das macht.

Doch meistens ist man zu schüchtern, um zu fragen. Oder bekommt tatsächlich eine Absage, denn der Raum an einer Orgel ist meist eng. Dann muss man eben warten: auf ZWAR. Bis man „ZWischen Arbeit und Ruhestand“ ist.

Wir zehn Stemweder treffen uns mit den Organisten Imke Pinnow und Carsten Zündorf in der St. Marien Kirche in Osnabrück am Markt, direkt neben dem Rathaus. Und los geht es mit vielen Neuigkeiten. Die Orgel ist von 1967 und wurde vom Orgelbauer Flentrop aus Zaandam bei Amsterdam gebaut. Herr Zündorf erklärt uns alle sichtbaren Orgelpfeifen. Besonders vom Rückpositiv sind wir begeistert. Diese Pfeifen sind in vorderster Reihe, um die Melodie dicht an die Zuhörer zu bringen. Wir erfahren auch etwas über winzige handgefertigte Ledermuttern und Trakturen aus Holz.

Dann geht es hoch auf die Empore. Hier gibt es mehr Platz als auf unserer Dielinger Orgel.

Wir bekommen die 4 Manuale (für die Hände) und das Pedal (für die Füße) erklärt, sowie die vielen Register, die den wunderbaren Klang dieses Instrumentes ausmachen. Mehr als 4000 Pfeifen hat diese Orgel. Die Kleinsten sind so groß wie ein Finger. Und die Großen sind über 4 Meter hoch. Sie werden aus einer Legierung aus Blei und Zink gegossen. Dafür haben alle Orgelbauer eine Ausnahmegenehmigung von der EU, denn Blei ist ein giftiges Metall und „hat nichts mehr bei uns zu suchen“. Die sichtbaren Pfeifen werden extra poliert, um sehr schön auszusehen. Und dann gibt es auch noch Holz-Pfeifen. Und, und, und....

Es gibt so viel Interessantes zu erzählen. Aber wir sollen ja auch noch ein Bach-Werk vorgetragen bekommen. So eine phantastische Musik und Herr Zündorf ist ein hervorragender Künstler.

Er hat uns alle begeistert mit seinem Wissen und seiner Leidenschaft für dieses Instrument.

Doch wo so viel Licht ist, da ist auch Schatten.  Es ist das K-Wort. Kosten. 2020 werden drei Orgelbauer monatelang mit den Auffrischungen und Reparaturen beschäftigt sein. Das ist nach 50 Jahren auch nötig. Also geben wir gerne und reichlich in Imkes Spenden-Dose. Und wir können auch noch CDs kaufen. Das passt wunderbar, denn Weihnachten steht ja vor der Tür.

Auf dem Rückweg machen wir halt in Ostercappeln. Das Flammkuchen-Haus „Feuer & Flamme“ hat uns einen Tisch reserviert. Wir stellen fest: Bildung macht hungrig, und so lassen wir uns gerne verwöhnen.

Kontakt

Antje Pieper »
Amtshaus
Buchhofstraße 17
32351 Stemwede-Levern

Telefon: +49 5745 78899 931
Fax: +49 5745 78899 180
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