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Erste-Hilfe Lehrgang beim DRK - Der Nagel bleibt drin

Winterpause? Nicht für unsere ZWAR Gruppe. Wir wollen unser Wissen auffrischen. Günter hat mit Frau Susanne Altvater vom DRK Wehdem einen Termin für ein „Erste-Hilfe-Samstag-Nachmittag-Intensiv-Seminar“ ausgemacht.

Unsere Fahrrad-Gruppe muss fit sein, wenn mal ein Unfall passiert. Und 60+ sind wir auch alle.

Bei der ersten Frage bleibt Susanne schon die Luft weg. Bei fast allen lag der Termin der letzten Schulung im letzten Jahrtausend.

Ja dann. Los geht es!

Bei Unfällen auf der Straße muß als erstes die Unfallstelle gesichert werden. Dabei steht die eigene Sicherheit an erster Stelle. Also einen guten Halteplatz suchen. Warnblinke einschalten. Noch im Auto die Warnwesten anziehen. Dann das Warndreieck holen. (Liegt es im Kofferraum unter allen Einkaufskisten?) Im Ort muss es 50 Meter vor der Unfallstelle aufgestellt werden – nach Möglichkeit aus allen Richtungen. Auf der Autobahn sogar 200 Meter.  Dabei geht man hinter der Leitplanke entlang.

Dann erst wird der Notruf abgesetzt. 112.

Als erstes kommt die Frage nach dem Ort. WO? In der Fremde hilft GOOGLE Maps mit dem Standort weiter. Beim nächsten Stammtisch/Kaffeetrinken werden wir das üben.

Wieviele Personen sind betroffen?

Wie schwer sind sie betroffen?

Wir gehen tatsächlich nach draußen und bergen Kalle aus dem Auto und lagern ihn auf der Erde. Dabei tut die Rettungsdecke Wunder gegen die Kälte und eine Wolldecke lässt ein wohliges Gefühl aufkommen. Das ist Gold wert.

Jeder kommt dann dran, wenn die „Stabile Seitenlage“ für Ohnmächtige und „Schonlagerung mit Beine hoch“ für unsere Bleichgesichter geübt wird.

Für uns Radler ist es wichtig, einen Helm entfernen zu können. Man kann nur hoffen, daß man dabei nicht allein ist, weil es schwierig ist, den Helm wegzuziehen und den Kopf dabei nicht auf die Erde knallen zu lassen.  Bei Motorradhelmen ist das richtig schwer.

Der nächste Punkt ist: wie gehen wir mit Verletzungen um? Kleine Verbrennungen werden wohldosiert gekühlt. Verätzungen mit Säuren/Laugen werden mit viel Wasser körperfern gespült. Bei Augenverletzungen ist der Patient natürlich ‚Blinde Kuh‘ und kein ‚Pirat‘. Susanne hat für viele Situationen herrlich lustige Ausdrücke, deren Bilder uns ordentlich helfen. Bei Verletzungen am Kinn wird der Patient zum Hasen. Es gibt eine sterile Kompresse auf die Wunde und diese wird dann mit einer Binde fixiert und am Hinterkopf geknotet. Was für herrliche Öhrchen!  Und ein fieser Gegenstand in Hand oder Fuß? Der Nagel bleibt drin!  Nicht wie bei Loriot, wo die Ente draußen bleibt.

„.... Vati verleiht Flügel!“ sagt Susanne. 90% der Personen, denen man helfen muss, sind Verwandte, Freunde und Kollegen. Selten sind es fremde Personen. Und dann braucht man wirklich diesen Zusatzschub Energie. Denn was folgt, ist Schwerstarbeit.

Wenn Vati, oder wer auch immer, nicht mehr ansprechbar auf dem Sofa zusammengesackt ist, dann muss er runter auf die harte Erde. Und dann wird er angesprochen und auf die Atmung gehört. Ist sie nicht regelmäßig, dann ist es höchste Alarmstufe. Es wird kein Puls gesucht und unter diesem Stress auch nicht gefunden. Allein die Atmung reicht, wenn sie unregelmässig ist oder ganz weg ist.  Dann wird um Hilfe gerufen, Haus und Wohnungstür geöffnet und der Notruf 112 abgesetzt. Und dann fliegen die Knöpfe von Vaters Hemd - der Oberkörper muss frei sein, denn bei der Herzdruckmassage muss man das Herz so stark wie eine Zitrone drücken, um das Blut am Zirkulieren zu halten. Dazu „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer mitsummen, denn so schnell muss der Takt sein. Susanne hat diese tolle Sprache und intensiven Bilder für uns. Humorvoll, kraftvoll, herzlich. Bis der Rettungsdienst kommt, muss man drücken und abwechselnd beatmen. Das ist ganz harte Arbeit. Aber vielleicht ist es auch der wichtigste Tag in unserem Leben:  Leben retten.

Zum Schluss noch der Werbeblock:

Das DRK Stemwede hat Ende März in Dielingen und Levern Blutspendetermine. So wichtig! Dabei werden alle kulinarisch verpflegt und für die Ersthelfer gibt es Extra-Überraschungen. So cool.

Jeder sollte einen Organspendeausweis besitzen. Wer sagt: ich bin aber ein Sensibelchen, das mag ich nicht, der kann gerne Gewebespender sein. Dafür gibt es dann ein Zeitfenster von 72 Stunden. Und es gibt einen großen Bedarf z.B. an Hornhaut für die Augen - auch bei Kindern, die ihr Augenlicht durch Unfall oder Infektion verloren haben.

Vielen Dank, Günter, dass du für uns dieses tolle Seminar auf die Beine gestellt hast.

Vielen Dank, Susanne. Die Zeit verging wie im Flug, und du hast uns total begeistert.

 

Kontakt

Antje Pieper »
Amtshaus
Buchhofstraße 17
32351 Stemwede-Levern

Telefon: +49 5745 78899 931
Fax: +49 5745 78899 180
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